Manchmal muss man sich einfach etwas gönnen. Bankenkrise hin oder her. Und sei es auch nur etwas Kleines. Wie dieses Kästchen. Dieses kleine, aber grossartige Kästchen.

Dieses kleine, aber grossartige Kästchen ist Teil der Squeezebox Duet und fängt die Vibes tausender Internetradiostationen aus dem digitalen Äther ab oder zapft die Musiksammlung auf dem heimischen PC an, um sie ans HiFi-System weiterzugeben. Pah, werden Sie jetzt wahrscheinlich denken, das ist ja beileibe nicht gerade der letzte Schrei. Sie haben natürlich recht! Der eigentliche Clou ist denn auch die WLAN-Fernbedienung mit LCD, mit der sich die ganze Sache iPod-like steuern lässt. Ein vorzügliches Gerätchen. Sehen Sie, wie es das Fräulein zum Strahlen bringt? (Hm, oder rührt das etwa vom Dreitagebart des Herrn her?)

So, und jetzt wollen Sie mich bitte enschuldigen; ich nehme jetzt den 327. Anlauf, meine Musiksammlung ordentlich zu benamsen und zu betaggen...
«Dann bestell ich mir doch mal so einen zweigigabytenen Shuffle», sagte ich mir heute. Schliesslich hatte ich am Sonntag wieder einmal angefangen zu joggen. Wie eigentlich jedes Frühjahr nach der Winterpause. Winterpause weil: joggen an und für sich schon doof ist (Sie sehen: mit Angefressenheit hat das in meinem Fall reichlich wenig zu tun; es geht mehr darum, sich in der Gewissheit zu wähnen, dass man etwas zum Erhalt seiner dreissigjährigen Figur tut gesund lebt), besonders aber, wenn es draussen auch noch arschkalt (also unter 10°C) und ungastlich ist. Und da es mit der Klimaerwärmung noch nicht sehr weit her ist, bleibt mir jeweils nur die Zeit von Frühling bis Frühherbst.
So war denn das Comeback letzten Sonntag wie jedes Jahr ein Desaster. Das Konditionsaufbautraining wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen, bevor ich auch nur daran denken kann, mich jemandem als Jogging-Begleitung zuzumuten. Nun ist alleine joggen aber ausgesprochen fad. Daher sagte ich mir heute: bestell ich mir doch so einen 2GB-Shuffle. Doch uuh... was ist das?! Wieso schmerzen meine Augen plötzlich so fürchterlich?!

Was sind das bloss für Unfarben?! Türkis, grau, mint? Lila?! Mit Ausnahme des Philanthropen-Rots alles Farben, die die Welt grundsätzlich nicht braucht. Hält Apple seine Kunden für farbenblind? Bar guten Geschmacks? Masochistisch?
Wundern Sie sich also nicht, falls Sie mich einst mit einem Gutmenschen-
iPödchen durch den Wald rennen (momentan noch: schleichen) sehen: ich konnte nicht anders!
Rein kalendarisch gesehen ist zwar noch nicht Weihnachten, doch fühlt sich der heutige Tag trotzdem fast ein wenig so an. Denn: nach fünf langen Jahren gibt’s endlich wieder mal eine neue Scheibe von Underworld. Hmmmmm... :-)

Jahimmelnochmal! In welch somnambulen Zustand war ich denn offenbar in den letzten drei Jahren?! – Da haben Fluke 2003 eine neue Scheibe herausgebracht, und ich habe von alledem nichts gemerkt? Wie ist denn das passiert? Jetzt aber sofort her damit!

Und jetzt sagen Sie mir: habe ich sonst noch etwas verpasst in den vergangenen drei Jahren?
Heute ist er eingetroffen, der iPod, den ich mir letzten Freitag spätabends im Affekt bestellt habe. Eigentlich wollte ich ja gar keinen. Ich meine, weshalb sollte ich einen MP3-Player kaufen, den man nur über dieses dümmliche iTunes synchronisieren kann und der noch nicht mal mit einem Netzteil geliefert kommt?
Aber nun gut, mein Kleiner. Wo Du nun schon mal hier bist, kannst Du Dich ja gleich nützlich machen und mir was vorspielen. Zum Beispiel Let’s go von K-Maro. Let’s go!
Als ich das letzte Mal bei der DH war, fragte ich sie ganz beiläufig: «Sagen Sie mal, diese Schallzahnbürsten... ist das was?» Kaum hatte ich das Fragezeichen intoniert, verfiel sie auch schon in derart ekstatische Verzückung, dass ich mir einen Moment lang nicht mehr sicher war, ob ich nicht vielleicht versehentlich etwas Intimes gefragt hatte. Der Anflug von Lebensfreude und das Feuerwerk an Superlativen galt jedoch tatsächlich der Schallzahnbürste.
Jedenfalls habe ich jetzt auch so eine. Und so werde ich bestimmt bald auch so sympathisch daherlachen wie die Damen und der Herr auf der Verpackung.

Soeben gekauft: «The Kings of Jazz». Was für eine total gute Jazz-Kompilation! Die ist wahrlich jeden Centime wert. Eine CD mit den Giganten (Murphy, Coltrane, Evans...) und eine zweite CD mit Zeitgenössischem wie 4 Hero, [re:jazz] oder Two Banks Of Four. Genug der Worte – der Rest ist Lauschen.
CD1 – compiled by Gilles Peterson
CD2 – compiled by Jazzanova
Das Geschreibsel eines in Zürich wohnhaften, berndeutsch- sprachigen Gelegenheitsbloggers so um die dreissig mit einer kaum zu leugnenden Affinität zu allerhand -ismen. Wer’s genauer wissen will, schreibt an juriÄTsarbachDOTcom.
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