Nicht totzukriegen: die beliebte Selbsttäuschung jener, die über den Wahlerfolg der SVP vor einem Jahr frustriert sind, heute vorgetragen in einem Leserbrief in der NZZ von Josef Lang (St. Niklausen):
Die SVP brüstet sich gerne als wählerstärkste Partei unseres Landes und erweckt dabei oft den irreführenden Eindruck, sie vertrete 30 Prozent der Bevölkerung unseres Landes. Da aber leider nur etwa 50 Prozent unserer Bevölkerung von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen und nur 30 Prozent davon SVP wählen, ergibt das nur 15 Prozent Anteil an der wahlberechtigten Bevölkerung.
Fein, und was gewinnen wir, wenn wir die Wähleranteile sämtlicher Parteien mit 0.5 multiplizieren? Nullkommanichts; die SVP bleibt die wählerstärkste Partei. Die Aussage «ergibt das nur 15 Prozent Anteil an der wahlberechtigten Bevölkerung» unterstellt, dass die schweigenden 50 Prozent allesamt SVP-Gegner seien; das ist grober Unfug (wenn nicht gar «irreführend»).
Dies soll kein politisches Statement sein, sondern bloss die Absurdität dieser Art von Zahlenakrobatik betonen. Man mag den hohen Wähleranteil der SVP begrüssen oder auch nicht (ich persönlich bin nicht sehr angetan davon). Aber kleinrechnen lässt er sich nicht.
Das Geschreibsel eines in Zürich wohnhaften, berndeutsch- sprachigen Gelegenheitsbloggers so um die dreissig mit einer kaum zu leugnenden Affinität zu allerhand -ismen. Wer’s genauer wissen will, schreibt an juriÄTsarbachDOTcom.
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