Die gute Nachricht lautet: Der Techno lebt (immer noch). Und die schlechte lautet: Die Party ist (immer noch) tot, irgendwie. Auch die 17. Ausgabe der Streetparade ist nämlich weit davon entfernt, an die besten Zeiten anzuknüpfen. An die Zeiten, in denen die Parade nicht bloss noch an ein Zürifäscht mit Freiluftdisko (na, hab ich jetzt das nicht wunderschön eingedeutscht?) erinnerte; an die Zeiten, in denen die Organisatoren aus gutem Grund den Ausschank von Alkohol unterbanden.
Tja der Alkohol: Auch wenn es heuer nicht gleich Massenschlägereien und Tote gab – er ist und bleibt der Partystimmung alles andere als zuträglich. Soll sich die Streetparade nicht sehr bald überlebt haben, täten die Organisatoren täten gut daran, nicht noch selber Alkohol ins Feuer zu giessen und ihre Sponsoring-Liaison mit Bierbrauern zu beenden. Nicht dass dadurch der Alkohol völlig von der Parade verschwände; das wäre ja auch gar nicht nötig. Aber vielleicht kämen dann ein paar Hohlköpfe weniger, die wenig mit elektronischer Musik am Hut haben und den Anlass als Zürifäscht begreifen, an dem man endlich mal einen Blick auf ein paar Titten erhaschen kann; die primär kommen, um sich wieder mal volllaufen zu lassen; und die anschliessend betrunken herumgrölen (schlimmer noch: betrunken Fussballhymnen herumgrölen) und unberechenbar werden. Womöglich hätte es dann nur noch 400'000 anstatt 800'000 Teilnehmer. Und die Streetparade wäre vielleicht nicht mehr die grösste Veranstaltung dieser Art. Aber bestimmt mit Abstand die beste.
Das Geschreibsel eines in Zürich wohnhaften, berndeutsch- sprachigen Gelegenheitsbloggers so um die dreissig mit einer kaum zu leugnenden Affinität zu allerhand -ismen. Wer’s genauer wissen will, schreibt an juriÄTsarbachDOTcom.
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