Archiv für: August 2008

28. August 2008 · 22:33 ····

euphemismus des tages

Heute zeigen uns die Schweizer Milchbauern, wie man ein böses Wort («Kartell») vermeidet und stattdessen eines aus dem Vokabular des Hedonismus’ («Pool») verwendet:

Der Dachverband der Schweizer Milchproduzenten will eine nationale Verkaufsorganisation gründen. Die Schaffung eines Pools soll verhindern, dass nach einer Aufhebung von Kontingenten und Marktstützung im nächsten Frühling zu viel Milch auf den Markt kommt und dadurch die Preise sinken.

Agenturmeldet NZZ Online

Phantastisch, dass wir weiterhin überteuerte Milch kaufen dürfen, nur weil ein offensichtlich zahnloses Kartellgesetz echten Wettbewerb verhindert. Und dass sich daran vorderhand wohl wenig ändern wird, solange ein Drittel der Schweizer die Bauernpartei ins Parlament wählt.

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26. August 2008 · 11:24 ····

«shaved» is the expression

Was die IMDB alles weiss... Nachdem ich The Bank Job gesehen hatte, musste ich umgehend nachschauen, wer die Überfrau ist, die die Martine Love spielt. Dabei hierauf gestossen:

Roger Donaldson said one of the most difficult days of filming was when he filmed the brothel scene. The scene called for the women to be walking around wearing only garters. However, Donaldson said that when he went to film the scene he discovered that most of the women shaved their genitals, which would have been anachronistic for 1971. So the actresses had to wear pubic wigs called "merkins." This caused a problem because the merkins were hard to secure in place and kept slipping, causing Donaldson much aggravation.

Gefunden auf imdb.com

Wahrlich: Tempora mutantur...

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21. August 2008 · 22:33 ····

und sie bewegt sich doch (oje)

Die FDP, die sich zusammen mit den Liberalen gerade neu erfindet, werkelt bekanntlich an einem neuen Namen.

So schlägt die Luzerner FDP als neuen Namen «Liberale Bewegung Schweiz» (LBS) vor. Der Geschäftsführer der FDP Luzern, Othmar Wüest, begründet diesen Vorschlag auf Anfrage damit, dass eine Neugründung auch sichtbar gemacht werden müsse und dass dabei dem Begriff «liberal» im Parteinamen eine dominierende Stellung zukommen sollte. Ferner sei auch der Terminus «Partei» in der Öffentlichkeit negativ besetzt, weil er letztlich stets für das Trennende, Ausgrenzende stehe. «Bewegung» dagegen sei ein positiv besetzter Begriff, gewissermassen «das Gegenteil von Stillstand».

Zu lesen in der NZZ vom 21. August 2008

Huii! Kann es sein, dass sich in den Reihen der FDP überproportional viele PR-Talente befinden (Hop Sviz!)? Oder versteht sich die einstige Gründerin des modernen Bundesstaates tatsächlich nur noch als «Bewegung»? (Zugegeben: immerhin passt das je länger, je mehr zur Wählerstärke der FDP. Aber trotzdem.) Natürlich bin ich der hohen Marketingwissenschaften nicht so kundig wie der durchschnittliche FDP-Exponent, aber... «Bewegung» – das riecht doch irgendwie so nach Anti-Vietnamkrieg-Demo, nach Bürgerprotest und AKW-Besetzung...? Wird der Freisinn also schon bald aktiv für den Liberalismus protestieren und Bauernhöfe, Poststellen und Steuerämter besetzen? (Positiv besetzen, versteht sich.)

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10. August 2008 · 20:16 ····

nicht sehr berauschend

Die gute Nachricht lautet: Der Techno lebt (immer noch). Und die schlechte lautet: Die Party ist (immer noch) tot, irgendwie. Auch die 17. Ausgabe der Streetparade ist nämlich weit davon entfernt, an die besten Zeiten anzuknüpfen. An die Zeiten, in denen die Parade nicht bloss noch an ein Zürifäscht mit Freiluftdisko (na, hab ich jetzt das nicht wunderschön eingedeutscht?) erinnerte; an die Zeiten, in denen die Organisatoren aus gutem Grund den Ausschank von Alkohol unterbanden.

Tja der Alkohol: Auch wenn es heuer nicht gleich Massenschlägereien und Tote gab – er ist und bleibt der Partystimmung alles andere als zuträglich. Soll sich die Streetparade nicht sehr bald überlebt haben, täten die Organisatoren täten gut daran, nicht noch selber Alkohol ins Feuer zu giessen und ihre Sponsoring-Liaison mit Bierbrauern zu beenden. Nicht dass dadurch der Alkohol völlig von der Parade verschwände; das wäre ja auch gar nicht nötig. Aber vielleicht kämen dann ein paar Hohlköpfe weniger, die wenig mit elektronischer Musik am Hut haben und den Anlass als Zürifäscht begreifen, an dem man endlich mal einen Blick auf ein paar Titten erhaschen kann; die primär kommen, um sich wieder mal volllaufen zu lassen; und die anschliessend betrunken herumgrölen (schlimmer noch: betrunken Fussballhymnen herumgrölen) und unberechenbar werden. Womöglich hätte es dann nur noch 400'000 anstatt 800'000 Teilnehmer. Und die Streetparade wäre vielleicht nicht mehr die grösste Veranstaltung dieser Art. Aber bestimmt mit Abstand die beste.

Rave or die
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5. August 2008 · 22:19 ····

euphemismus des tages

Aus der beliebten Reihe «bewährte Techniken zur Problemverdrängung» (aufmerksame Leser haben’s natürlich gemerkt: das ist auf diesen Seiten gar keine Reihe, schon gar keine beliebte. Aber behalten Sie’s für sich, ja?) – heute: das Schönreden:

Die Überalterung der Schweizer Gesellschaft bedeutet nach einer Studie nicht zwangsläufig eine stärkere Belastung für die Jungen. Da ältere Menschen mehr medizinische Hilfe benötigen, sorgen sie für Arbeit und Lohn für die Jungen.

Agenturmeldet NZZ Online

Aha. Die junge Generation soll also erfreut und dankbar sein darüber, dass die absehbare demographische Entwicklung ihr in den nächsten Jahrzehnten stark steigende Gesundheitskosten aufbürden wird, weil ein Teil davon wieder als Lohn an sie zurückfliesst? Erstaunlich, welch kapitalen Unsinn man heute mit Nationalfonds-Mitteln publizieren darf.

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affaire publique ·· à faire public?

Das Geschreibsel eines in Zürich wohnhaften, berndeutsch- sprachigen Gelegenheitsbloggers so um die dreissig mit einer kaum zu leugnenden Affinität zu allerhand -ismen. Wer’s genauer wissen will, schreibt an juriÄTsarbachDOTcom.

 

 

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