Watching Microsoft in the company of Google and Facebook is a bit like watching your dad trying to be cool.
The Economist zum Ende der Ära Gates
Schön formuliert.
Gutes Timing: Jetzt, wo die Euro so langsam zu Ende geht, meldet sich das Sommertheater der SVP zurück.
Parteipräsident Rudolf Joder ging in seinem Eingangsreferat hart mit der «Gruppe Bubenberg» ins Gericht. Die Anfang Juni veröffentlichte Resolution habe die Partei vor das Ultimatum gestellt, entweder aus der SVP Schweiz auszutreten oder die Partei zu spalten – laut Joder «kein anständiges und demokratisches Vorgehen».
Aus der NZZ vom 24. Juni 2008
Hey Moment mal – war das jetzt etwa selbstironisch? Oder doch nur unfreiwillig ironisch? Hm, wohl schon eher letzteres; SVP-Exponenten sind ja oft nicht gerade sehr Humor-affin (mit Ausnahme von Oskar Freysinger natürlich). Nun, ist ja auch egal. Auf jeden Fall ein gelungenes Votum. Oder mit den Worten eines Bündners: Huara guat.

Investigativer Journalismus im heutigen NEWS-Heftli
Na sowas: Es war also gar nicht ihr Schauspieltalent, wie wir bislang immer gedacht haben! Verrückt, was diese Gratisheftli immer alles aufdecken.
Na das schaut doch schon mal ganz gut aus:
Scheint ein paar nette neue Features zu haben, der in Bälde erscheinende Firefox 3. :-)
Sezessionen bei politischen Parteien sind ja momentan sehr en vogue. Wie wär’s, wenn sich auch bei der FDP die liberalen Kräfte abspalten und eine neue Partei gründen würden? Eine, bei der «Liberalismus» nicht bloss ein Lippenbekenntnis ist? Denn was der Freisinn heute im Nationalrat einmal mehr geboten hat, spottet jeglicher liberaler Ideale:
Importierte Produkte werden in der Schweiz nicht so schnell billiger. Der Nationalrat lehnte am Donnerstag Parallelimporte von patentgeschützten Gütern ab. SVP und FDP setzten sich unterstützt von einem Teil der CVP gegen die Linke und Konsumentenvertreter durch.
Gelesen auf NZZ Online
Es ist ja schon erbärmlich, wenn man bei der Aufhebung staatlich geschützter Importmonopole nur noch auf die Linke zählen kann.
Binswanger wieder mal. Seine Kolumnen im Magazin sind für den liberal gesinnten Leser regelmässig sehr... ähm... anstrengend. Diese Woche: «Wird zu viel umverteilt in der Schweiz? Die Antwort lautet nein.»
Die Aussage mutet ein wenig eigentümlich an, wenn man sich die Zahlen vor Augen führt: Immerhin werden gemäss Schätzung von Markus Schneider jährlich etwa 140 Milliarden Franken umverteilt. Nun mag man über die Genauigkeit dieser Zahl streiten, doch müsste sich angesichts der schieren Grössenordnung selbst ein Daniel Binswanger fragen, ob er sich nicht ein wenig weit aus dem Fenster lehnt.
Das eigentlich fragwürdige an der Aussage, es würde zu wenig umverteilt, ist indes deren Begründung: Die Ungleichheit nimmt nicht ab - das ganze liebe Geld kommt nicht an! Trotz dem Umfang verfehlt die ganze Umverteilungsübung nämlich im grossen und ganzen ihre Wirkung, wie zu recht festgehalten wird:
Es wird nur wenig von oben nach unten umverteilt. [...] Nachdem die Schweizer ihre Steuern und Versicherungen bezahlt haben, sind sie noch ungleicher als davor.
Zu lesen im Magazin 22/08
Also: Der Staat treibt jährlich die stattliche Summe von 140 Milliarden Franken ein; das Geld wird jedoch zu einem grossen Teil nicht so verwendet, wie man es dem (unfreiwilligen) Spender versprochen hat. Da kann man doch eigentlich nur zum Schluss kommen, dass nicht zu wenig, sondern in erster Linie falsch umverteilt wird. Banal aber offenbar keinesfalls selbstverständlich: Staatliche Umverteilung sollte immer und ausschliesslich Mittel von den Reichen zu den Armen transferieren, um Einkommens- und Vermögensunterschiede zu entschärfen. Eine andere Rechtfertigung für Umverteilung gibt es nicht. (Paradebeispiel für eine schlecht entworfene Umverteilungsmaschinerie ist übrigens gerade das unter Denkmalschutz stehende Prestige-Sozialwerk: die AHV. Sie transferiert Einkommen von jung zu alt anstatt von reich zu arm. Dies führt mitunter zu sozialpolitisch höchst fragwürdigen Konstellationen, etwa dazu, dass Geld von jungen Familien an Millionäre im Pensionsalter transferiert wird.)
Weil der Status Quo die gewünschte Umverteilungswirkung nicht zu erzielen vermag, werden laufend neue Transfers gefordert und erfunden. Wenn aber das bestehende System der sozialen Sicherheit doch so offensichtlich dermassen ineffektiv ist, kann die Antwort ja wohl kaum «more of the same» (oder Binswangersch: «Das Geld wird man dort holen müssen, wo es ist») lauten. Dies müsste doch eigentlich auch einem Kolumnenschreiber des Tagi-Magi einleuchten. Konsequenterweise müsste man angesichts dieser Mängel einen Neubau des Systems selbst andenken (etwa die Abschaffung sämtlicher bestehender Umverteilunsregeln und deren Ersatz durch eine einzige, idealerweise als Bestandteil des Steuersystems). Das ewige Gejammer von wegen zu wenig Umverteilung und die reflexartige Forderung nach immerzu mehr hiervon ist hingegen nicht nur umgemein drollig, sondern auch sehr unglaubwürdig.
Das Geschreibsel eines in Zürich wohnhaften, berndeutsch- sprachigen Gelegenheitsbloggers so um die dreissig mit einer kaum zu leugnenden Affinität zu allerhand -ismen. Wer’s genauer wissen will, schreibt an juriÄTsarbachDOTcom.
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