«Dann bestell ich mir doch mal so einen zweigigabytenen Shuffle», sagte ich mir heute. Schliesslich hatte ich am Sonntag wieder einmal angefangen zu joggen. Wie eigentlich jedes Frühjahr nach der Winterpause. Winterpause weil: joggen an und für sich schon doof ist (Sie sehen: mit Angefressenheit hat das in meinem Fall reichlich wenig zu tun; es geht mehr darum, sich in der Gewissheit zu wähnen, dass man etwas zum Erhalt seiner dreissigjährigen Figur tut gesund lebt), besonders aber, wenn es draussen auch noch arschkalt (also unter 10°C) und ungastlich ist. Und da es mit der Klimaerwärmung noch nicht sehr weit her ist, bleibt mir jeweils nur die Zeit von Frühling bis Frühherbst.
So war denn das Comeback letzten Sonntag wie jedes Jahr ein Desaster. Das Konditionsaufbautraining wird mehrere Wochen in Anspruch nehmen, bevor ich auch nur daran denken kann, mich jemandem als Jogging-Begleitung zuzumuten. Nun ist alleine joggen aber ausgesprochen fad. Daher sagte ich mir heute: bestell ich mir doch so einen 2GB-Shuffle. Doch uuh... was ist das?! Wieso schmerzen meine Augen plötzlich so fürchterlich?!

Was sind das bloss für Unfarben?! Türkis, grau, mint? Lila?! Mit Ausnahme des Philanthropen-Rots alles Farben, die die Welt grundsätzlich nicht braucht. Hält Apple seine Kunden für farbenblind? Bar guten Geschmacks? Masochistisch?
Wundern Sie sich also nicht, falls Sie mich einst mit einem Gutmenschen-
iPödchen durch den Wald rennen (momentan noch: schleichen) sehen: ich konnte nicht anders!
Frankreich hat ja wahrlich viele Errungenschaften hervorgebracht: Die Grande Nation ist zum Beispiel die Erfinderin der Bescheidenheit, Arena für epo...chale *räusper* Radrundfahrten, Neuerfinderin des Konzepts «Flugzeugträger» und natürlich: Erschafferin der allerallerallerALLERbesten Küche, die je in der Raumzeit verkostet wurde. Da ist es nichts als folgerichtig, dass man dieser Küche besondere Ehren angedeihen lässt:
Französische Küche als Weltkulturerbe
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy hat die französische Küche zur besten der Welt erklärt und die Uno-Kulturorganisation Unesco aufgefordert, das anzuerkennen. Frankreich werde als erstes Land im kommenden Jahr den Antrag stellen, seine Küche zum Weltkulturerbe zu erklären, sagte Sarkozy am Samstag.
Gelesen auf die EnZedZed Önline
Falls Sie sich also schon mal gefragt haben, wie denn so ein Weltkulturerbe eigentlich schmeckt: Lecken Sie nicht an den Sandsteinmauern der Berner Altstadt – womöglich erfahren Sie’s nämlich schon, wenn Sie das nächste Mal an einem Froschschenkel nagen oder sich eine Gänsestopfleber aufs Brot streichen!
Ich bin ja im allgemeinen nicht gerade dafür bekannt, ein feuriger Anhänger der gewerkschaftlichen Bewegung zu sein. Aber im Falle dieses Autorenstreiks in Hollywood muss ich sagen: schade ist er schon vorbei. Nehmen wir zum Beispiel Desperate Housewives: geht prima auch ohne Dialoge (solange Gaby irgendwie zu sehen ist):
Und Woody Allen wird in dieser Hört-die-Signale-(nicht)-Version sogar richtig erträglich:
Gestärkt durch einen Espresso, nahm ich mir heute morgen zum allerletzten Mal die Zeit, das EO-Formular für meine allerletzte Militärdienstleistung auszufüllen. Und nachdem ich den Wisch an der dafür vorgesehenen Stelle mit meiner Unterschrift verziert hatte, las ich einen Abschnitt weiter unten das:

Den Arbeitgebenden?? Ich dachte immer, die Idee hinter dem flächendeckenden Partizipeinsatz heutzutage sei es, den sich in jedem generischen Maskulinum manifestierenden männlichen Chauvinismus, der die Befreiung der Frau aus der Unterdrückung aufgrund einer von Männern als Macht- und Diskriminierungsinstrument geschaffenen Sprache verhindert, an der Wurzel zu packen und so die Welt zu einem lebenswerten Ort auch für Frauen zu machen?
Vielleicht sollte ich besser die Gleichstellungsbehörde einschalten.
Das Heute-Heftli: Es verfolgt mich! Heute im Tram die Ausgabe von gestern gefunden und durchgeblättert. (Spart der Staat eigentlich die Putzkolonne kaputt oder was?) Und mich sogleich verliebt:
In Jeanice, 17, aus Zürich, 1,72 m gross, Verkäuferin von Beruf und Jungfrau von Sternzeichens wegen. Jeanice ist super. Schauen Sie sich mal diesen Steckbrief an (Auszug):
Mein Traum: Auf das Titelbild des «FHM» kommen. (Ich musste natürlich wieder googeln, was das ist.)
Das würde mein Ex über mich sagen: «Sie ist gut im Bett.» Potz, potz.
Mein Traummann: Ali. Ali wie in Ali Baba und die vierzig Räuber oder wie in Alimentzahler?
Sex: Geil. Ja, gell?
Finde ich sexy: Ärsche. Und wie wir seit Oktober wissen, bist du nicht die einzige, die die SVP attraktiv findet.
Meine Macke: Bin hyperaktiv. Ich sag’s ja: Beim Ritalin sollte man nicht sparen!
Nie ohne: Verhütung. Na gottseidank!
So ist mein Job: Langweilig. Einfach ein Jammer, wenn man schon in so jungen Jahren im falschen Gewerbe landet.
Der Höhepunkt – wie immer – zum Schluss: «Und jetzt kommen wir zur Liebe. Dass man nur mit einer Person in einer festen Beziehung glücklich werden kann, daran glaube ich ganz fest.» Oh Jeanice, willst du mich heiraten?
Eigentlich ist das hier ja kein Wunschkonzert. Und ausserdem sollte ich brav arbeiten (ist der Konjunktiv nicht einfach eine wunderbare Erfindung?) (Sie brauchen nicht zu antworten, war eine rhetorische Frage). Aber das Anliegen der Leserin ist in diesem Fall äusserst legitim. Also schnell ein neuer Beitrag (kommentarlos, weil viel hinzuzufügen gibt’s ohnehin nicht – lachen Sie einfach mit mir zusammen über diese Begebenheit):
Statt der erlaubten 50 km/h waren die beiden jungen Männer mit 99 respektive 109 km/h auf der Solothurnerstrasse Richtung Oberbuchsiten unterwegs, teilte die Kantonspolizei Solothurn am Freitag mit. Die beiden passierten die Messstelle am Mittwoch kurz vor 12 Uhr 30 in einem Abstand von nur zwei Sekunden.
Aus Gwunder, ob ihre Tat auch von jemandem gesehen worden ist, stellten sich der 22-jährige Italiener und der 23-jährige Serbe, beide aus dem Aargau, kurze Zeit später der Polizei. Die Führerausweise wurden ihnen auf der Stelle abgenommen.Agenturmeldet NZZ Online
(Man könnte sich höchstens noch über das sprachliche Niveau von NZZ Online (Gwunder?!) auslassen, aber das lass ich jetzt sein.)
(Wobei nein, ich lasse es doch nicht sein: Himmeltraurig ist das, liebe NZZ Online, Agenturmeldungen einfach so unredigiert zu publizieren! Himmeltraurig! Ja! Nämlich!)
Das Heute-Heftli, neben der Vogue und dem Cosmopolitan der Leitstern für Fashion Addicts, weiss, welche Sneakers im kommenden Frühling «cool, limitiert und darum gefragt sind». Zum Beispiel diese fetzigen Treter von Puma:
Nun, ich bin ja leider nicht so cool, limitiert und darum gefragt, dass ich mir das Tragen dieser Sneakers erlauben könnte. Darum bleibe ich wohl auch diesen Frühling bei den drei Streifen...
À propos: Falls Sie irgendwo den Adidas Leader in chocolate/blade blue zum Verkauf sehen... würden Sie’s mir dann bitte sagen? Danke.
Das Geschreibsel eines in Zürich wohnhaften, berndeutsch- sprachigen Gelegenheitsbloggers so um die dreissig mit einer kaum zu leugnenden Affinität zu allerhand -ismen. Wer’s genauer wissen will, schreibt an juriÄTsarbachDOTcom.
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